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OER

Was sind OER Materialien?
Unter OER (Open Educational Resources) versteht man „frei verfügbare Lehrmaterialien, die alle Teilnehmenden nutzen, nachbearbeiten, neu zusammensetzen und weiterverarbeiten können“ (Hochschulrektorenkonferenz, 2016, S. 2). OER können unter verschiedenen Lizenzen und damit Nutzungs- sowie Bearbeitungsrechten veröffentlicht werden.
 
Die Nutzung von Creative Commons Lizenzen bei Bildungsmaterialien wird mit dem Fachbegriff Open Education Ressources (OER) beschrieben (vgl. Haubner & Hoyer, 2016,  S. 15). Für den deutschsprachigen Nutzungsbereich gibt es zwei Übersetzungen: „Offene Bildungsmaterialien bzw. –inhalte sowie offene Lehr-/Lernmaterialien“ (Haubner & Hoyer, 2016, S. 15). Während OER nutzbare Lehrmaterialien bezeichnet, bezieht sich Open Access auf den Zugang zu Forschungspublikationen bzw. Werken (vgl. Hochschulrektorenkonferenz, 2016, S. 2).

 
 
Quellen:

Hochschulrektorenkonferenz (2016): Beschluss des 132. Senats der HRK am 15. März 2016 in Berlin Senatsbeschluss zu Open Educational Resources (OER). (https://www.hrk.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Beschluss_HRK-Senat_zu_OER_15032016.pdf) [Letzter Zugriff am 06.04.2018].
 
Haubner, Thomas & Hoyer, Thomas (2016): OER, Creative Commons und tutory – Offene Bildungsmaterialien nutzen, erstellen und bearbeiten – Praktischer Leitfaden für Lehrende und Referendare.
Was sind „freie Werke“?
Im Zusammenhang mit dem Begriff OER wird häufig auch die Beschreibung frei oder freies Werk verwendet. Meist werden hierbei OER/E-Learning Materialien als frei verstanden, wenn sie unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen. Im Urheberrecht liegen laut Kreutzer und Hirche (2017) jedoch nur zwei Formen freier Werke vor: Werke mit abgelaufener Schutzdauer (70 Jahre nach Ablauf des Todes von Urheber/Urheberin) sowie sogenannte amtliche Werke (z.B. Gesetzestexte sowie Gerichtsurteile). Werke mit Creative-Commons-Lizenz oder Open Content beinhalten hingegen Urheberrechte, jedoch gleichermaßen auch freie Nutzungs- und Weiterbearbeitungsregeln für die jeweiligen Verwender.
Welche Vorteile bieten OER Materialien?
Der Nutzen von OER Materialien wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (OER) vom 27.01.2015) auf verschiedenen Ebenen begründet.
Ein Vorteil von OER umfasst die Unterstützung von Lehrenden bei der Unterrichtsvorbereitung. Durch die Bereitstellung eigener Lehr- und Lernmaterialien erhalten die Lehrenden die Möglichkeit, auf andere Ressourcen zuzugreifen. Gleichzeitig können durch die Zusammenarbeit von Lehrenden bestehende E-Learning Materialien verbessert und überarbeitet werden. Dies dürfte nicht nur helfen, die einzelnen Phasen digitaler Lehre und Betreuung zu unterstützen, sondern gleichzeitig auch die Qualität der Lehre zu verbessern.
Neben einer Verbesserung der Lehre entsteht auch eine neue Kollaborationskultur und für Lehrende eine Sichtbarkeit ihrer Lehre (vgl. Hochschulrektorenkonferenz, 2016).
 
 
Quellen und Weblinks:
 
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2015): Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (OER). (http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2015/2015_01_27-Bericht_OER.pdf). [Letzter Zugriff am 06.04.2018).
 
Hochschulrektorenkonferenz (2016): Beschluss des 132. Senats der HRK am 15. März 2016 in Berlin Senatsbeschluss zu Open Educational Resources (OER). (https://www.hrk.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Beschluss_HRK-Senat_zu_OER_15032016.pdf). [Letzter Zugriff am 06.04.2018).
Wie lange bestehen die Creative-Commons-Lizenzen für OER?
Die Creative-Commons-Lizenz ermöglicht es Ihnen, Ihr „Urheberrecht zu behalten und gleichzeitig anderen zu erlauben, Ihr Werk zu kopieren, zu verbreiten und anderweitig zu nutzen“ (Creative Commons, 2017). Wenn Sie Ihr Werk bzw. Ihre E-Learning Materialien unter einer bestimmten Lizenzvariation veröffentlichen, ist diese Lizenzierung unwiderruflich.
 
Wenn Sie Ihr Werk mit einer CC-Lizenz belegen, besteht weiterhin das Urheberrecht. Sie können über die weitere Verwendung und Nutzung Ihres Werkes bzw. der E-Learning Materialien entscheiden. Die Creative-Commons-Lizenzen ermöglichen es dem Urheber bzw. der Urheberin, Entscheidungen über die Art der Nutzung (kommerziell oder nicht), die Bearbeitungserlaubnis sowie die weitere Lizenz, unter der die bearbeiteten Werke/Materialien veröffentlicht werden sollen zu treffen. Der Urheber/die Urheberin erhält somit eine weitgehende Entscheidungsgewalt über die weitere Nutzung seiner/ihrer erstellten Werke. Alle Creative-Commons-Lizenzen umfassen eine Anerkennung des Urhebers/der Urheberin und bestehen bis der Urheberrechtsschutz (70 Jahre nach dem Tod des Autors/der Autorin) endet.
Unter welchen Lizenzen können OER stehen?
Bei den Creative-Commons-Lizenzen werden verschiedene Unterbausteine unterschieden: BY, SA, NC, ND. Diese einzelnen Bausteine beschreiben verschiedene Nutzungsmöglichkeiten und sind nicht beliebig, sondern nach festgelegter Form miteinander zu verknüpfen. Je nach Umfang der verwendeten Lizenzbausteine werden die Nutzungsfreiheiten im Umgang mit dem E-Learning Material bzw. den OER eingeschränkt. Sie können auf der Creative Commons Seite den vollständigen Lizenzvertrag sowie die „License Dead“ für jede Lizenzkombination einsehen.
 
Lizenzbaustein: CC BY (Namensnennung)
Die Kennung CC BY stellt die freist mögliche Lizenz dar. Hiermit können erstellte Werke/E-Learning Materialien immer unter Angabe des Urhebers/ der Urheberin von anderen Nutzern verbreitet, neu zusammengestellt, verändert sowie kommerziell verwendet werden.
 
Lizenzbaustein CC BY-SA (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen)
Diese Lizenz erlaubt wie die erste Lizenz eine Bearbeitung, Veränderung und kommerzielle Nutzung Ihres Werkes, jedoch unter folgenden zwei Bedingungen: Angabe vom Urheber/Urheberin des Originals sowie die Veröffentlichung des neuen Werkes unter den gleichen Bedingungen. Diese Lizenzoption wird auch von Wikipedia verwendet, was bei einem Einbezug von Materialien dieser Quelle berücksichtigt werden sollte.
 
Lizenzbaustein CC BY-ND (Namensnennung – Keine Bearbeitung)
Mit dieser CC-Lizenz ist die Erlaubnis verbunden, dass Werk weiterzuverbreiten. Bedingung für die Weitergabe und Veröffentlichung Ihres Materials ist, dass dieses nicht verändert wird und der Urheber/die Urheberin stets benannt wird.
 
Lizenzbaustein CC BY-NC (Namensnennung - Nicht kommerziell)
Diese Lizenz umfasst eine Erlaubnis, erstellte Werke weiter zu veröffentlichen, zu bearbeiten und zu erweitern. Als Einschränkung wird hier aufgeführt, dass die Nutzung nicht kommerziell sein darf. Demnach legt diese Lizenz nicht die Bedingungen unter denen Weiterbearbeitungen Ihres Werkes veröffentlicht werden dürfen fest, sondern schließt lediglich die kommerzielle Nutzung aus.
 
Lizenzbaustein CC BY-NC-SA (Namensnennung – Nicht kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen)
Eine Veröffentlichung und Weiterbearbeitung Ihres Werkes ist mit dieser Lizenz möglich. Dies ist mit der Bedingung verbunden, dass die Weiternutzung nicht kommerziell und unter der gleichen Lizenz sein muss. Zudem muss bei jeder Veröffentlichung auch der Autor bzw. die Autorin der E-Learning Materialien genannt werden.
 
Lizenzbaustein CC BY-NC-ND (Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung)
Die Lizenzen sind mit zunehmender Anzahl an einzelnen Bausteinen restriktiver in Bezug auf die Nutzungs- und Weiterverarbeitungsmöglichkeiten. Mit dieser eingeschränktesten Lizenz ist lediglich die Weiterverteilung unter Angabe des Autors/der Autorin möglich. 




Quellen:
 
Creative Commons Deutschland (2018): Was ist CC?. (https://de.creativecommons.org/index.php/was-ist-cc/) [Letzter Zugriff am 06.04.2018].

Creative Commons (2018): Mehr über die Lizenzen. (https://creativecommons.org/licenses/) [Letzter Zugriff am 06.04.2018].

Dernière édition: 13. Avr 2018, 11:37, Kaunat, Katharina [v039430]


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