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SCHRANKENREGELUNGEN

Relevante Schrankenbestimmungen für urheberrechtliche geschützte Werke in Lehre und Forschung:
§ 51 UrhG Zitate
§ 51 UrhG gestattet unter gewissen Voraussetzungen die Vervielfältigung und Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von einzelnen Werken bzw. Werkstellen in eigenen selbstständigen Werken in dem durch den Zitatzweck gebotenen Umfang.


Unabdingbare Voraussetzung ist, dass eine Übernahme in ein eigenes Werk erfolgt. Ein Zitat muss der Unterstützung von eigenen Ausführungen oder der Auseinandersetzung mit fremden Aussagen dienen. Kein zulässiges Zitat stellt es daher dar, wenn Content lediglich übernommen wird, um eigene Aussagen zu ersetzen, ohne dass in irgendeiner Weise eine Auseinandersetzung mit diesen Aussagen erfolgt! (z. B. bloße Aneinanderreihung verschiedener Lehrbuchauszüge zu einem bestimmten Thema).


In selbstständige wissenschaftliche Werke können einzelne Werke komplett aufgenommen werden, wenn dies der Erläuterung des Inhalts dient (sog. Großzitat). Auch Bildzitate sind möglich.
 
§ 60a UrhWissG Unterricht und Lehre
Am 30. Juni 2017 hat der deutsche Bundestag das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) beschlossen, das ab dem 01. März 2018 gilt. Das UrhWissG stellt eine Reaktion auf die entstandenen Anforderungen der Digitalisierung dar. Zudem soll das UrhWissG die vorigen, komplexen Regelungen ersetzen und eine übersichtliche Ordnung ermöglichen. Das UrhWissG stellt somit eine Neuordnung des Wissenschaftsurheberrechts dar.
 
Für die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken in der Lehre ist § 60a UrWissG von Bedeutung. In § 60a Unterricht und Lehre sind die „[g]esetzlich erlaubte[n] Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen“ festgelegt. Demnach dürfen:
  1. Lehrenden sowie Teilnehmen eines Lehrangebots (d.h. für die FHöV NRW: Teilnehmende einzelner Kurs- und Seminargruppen),
  2. Lehrenden sowie Prüfern einer Hochschule (d.h. ein Austausch von Material zwischen Dozentenkollegen an der FHöV NRW ist möglich) sowie
  3. Dritten, jedoch nur um Ergebnisse von Lehrveranstaltungen vorzustellen (d.h. für die FHöV NRW: Auf der Internetseite kann ein Einblick in die Lehre gegeben werden).
 
nachfolgende Inhalte zugänglich gemacht werden:
 
 
Werke für Unterricht und Lehre (UrhWissG, § 60a (Absatz 1))
- Für den Unterricht dürfen bis zu 15% eines Werkes (z.b. eines Lehrbuchs) verwendet werden
- Die erlaubte Nutzung umfasst die Vervielfältigung, Verbreitung sowie die Veröffentlichung für die Lehre und darf nicht aus kommerziellen Zwecken erfolgen.

 
Abbildungen (UrhWissG, § 60a (Absatz 2))
- Die Beschränkung auf 15% eines Werkes gilt laut § 60a (2) nicht für die Nutzung von Abbildungen. Abbildungen dürfen für den Zweck der Lehre vollständig genutzt werden.

 
Artikel (UrhWissG, § 60a (Absatz 2))
- Nach § 60a (Absatz 2) ist es erlaubt, einzelne Artikel aus Fachzeitschriften sowie wissenschaftlichen Zeitschriften vollständig zu verwenden.
- Es dürfen jedoch keine Artikel aus anderen Zeitungen vollständig verwendet werden.

 
Vergriffene Werke/ Werke mit geringem Umfang (UrhWissG, § 60a (Absatz 2))
- Nach § 60a (Absatz 2) dürfen vergriffene Werke und Werke mit geringem Umfang vollständig genutzt werden.
- Die Nutzung von vergriffenen Werken ist unabhängig von dem Zeitpunkt, ab dem das Werk vergriffen ist.
  Nutzer müssen den Zeitpunkt, seitdem ein Werk vergriffen ist also vor Verwendung nicht prüfen.
- Ein geringer Umfang liegt bei Druckwerken von 25 Seiten, bei Noten von 6 Seiten, bei Filmen sowie Musik von 5 Minuten vor.
- Werke geringen Umfangs können z.B. Gedichte oder Liedertexte darstellen.
- Artikel aus Zeitungen oder Zeitschriften können ebenfalls Werke geringen Umfangs darstellen. Diesbezüglich ist festgelegt, dass lediglich
  „einzelne Aufsätze oder Artikel aus derselben Zeitung oder Zeitschrift“ (Regierungsentwurf, BT Drucksache 18/12329) genutzt werden dürfen.

 
Es ist stets zu beachten, dass im Falle einer öffentlichen Zugänglichmachung nach § 60a UrhWissG die Original-Quelle und der Urheber/die Urheberin des Werkes klar ersichtlich sein müssen.
Regelung des Nutzungsrechtes über Lizenzen
Wird ein größerer Umfang eines Werkes zur Veranschaulichung im Unterricht benötigt, als es die Schrankenregelung nach § 60a UrhG vorsieht, muss zwingend ein (kostenpflichtiger) Lizenzvertrag mit den Rechteinhabern geschlossen werden, der die gewünschte Nutzung gestattet.
Frei verwendbare Werke
Werke, die z. B. im Wege des „Open Access“ angeboten werden, sind nicht automatisch frei von allen urheberrechtlichen Ansprüchen. Lediglich die Nutzung dieser Werke ist kostenfrei. Quellenangaben müssen auch hier gemacht werden. Die genaue Art der zulässigen Wiederverwendung ist regelmäßig in einer Open-Access-Lizenz genau bestimmt und sollte aufmerksam gelesen werden.
Creative-Commons-Lizenzen
Die bekannteste und meist genutzte freie Lizenz ist die Creative Commons (CC) Lizenz.
Creative-Commons-Lizenzen sind Lizenzen, die auf dem Urheberrecht basieren. Sie ermöglichen den Urhebern („Lizenzgeber“) ihre Rechte am eigenen Werk zu behalten, sie aber gleichzeitig zur Vervielfältigung, Verbreitung und Nutzung anderen („Lizenznehmer“) zur Verfügung zu stellen.
 
Die CC-Lizenz ermöglicht es, die Nutzungsbedingungen auf übersichtliche und einfache Art festzulegen. Hierbei liegt eine Art „Bausteinsystem verschiedener Lizenzen“ (Haubner & Hoyer, 2016, S. 14) mit einzelnen Symbolen vor, dass die jeweiligen Rechte sowie Nutzungsbedingungen regelt und für den Urheber und Nutzer ersichtlich macht.
 
Die Creative-Commons-Lizenzen bestehen aus einem Dreischichten-Konzept (Lizenzvertragsschicht): Einem juristischen Lizenzvertrag, sogenannte CommonsDeed („praktische Referenz für Lizenzgeber und Lizenznehmer, da sie die wichtigsten Lizenzbedingungen zusammengefasst zeigt“ (Creative Commons, 2017 [digital abrufbar])) sowie einer „maschinenlesbaren“ Fassung.
 

Last edited: 06. Apr 2018, 10:14, Kaunat, Katharina [v039430]


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