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URHEBERRECHT

Das Urheberrecht ist in Deutschland im Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) geregelt.

Was ist urheberrechtlich geschützt?
Urheberrechtlich geschützt sind Werke der Literatur, Kunst und Wissenschaft (z. B. Texte, Bilder, Filmwerke). Werke sind persönliche, geistige Schöpfungen. Der Begriff wird weit ausgelegt. So können z. B. auch einfache Datenbanken wie ein Telefonbuch geschützt sein. Das Urheberrecht entsteht mit der Werkschöpfung. Ein besonderer Vermerk, wie das häufig benutzte copyright-Zeichen © ist in Deutschland nicht erforderlich, damit der Schutz greift.

Der Urheber/ Die Urheberin hat ausschließliche Rechte an seinem/ihrem Werk. Die Urheber können andere von der Nutzung des Werkes ausschließen und es wirtschaftlich verwerten. Den Urhebern stehen sogenannte Persönlichkeitsrechte und Leistungsschutzrechte an dem Werk zu. Urheberpersönlichkeitsrechte sind z. B. das Recht auf Namensnennung, wenn ein Werk von anderen genutzt wird oder das Recht, dass ein Werk von Dritten nicht verändert oder verunstaltet wird. Besondere Bedeutung haben die Leistungsschutzrechte der Urheber (Nutzungs- und Verwertungsrechte). Dazu gehören das alleinige Recht des Urhebers/der Urheberin auf Vervielfältigung oder öffentliche Zugänglichmachung im Internet. Diese Leistungsschutzrechte kann der Urheber/die Urheberin ganz oder teilweise an Dritte übertragen (z. B. Verlage oder Verwertungsgesellschaften, wie die VG Wort oder die GEMA); die Urheberpersönlichkeitsrechte sind indes nicht übertragbar.


Beispiele für geschützte Werke im E-Learning:
  • Wissenschaftliche Fachaufsätze, Lehrbücher & sonstige Literatur
  • Vorträge, Universitätsvorlesungen, Reden
  • Werke der Musik, Audiomaterial
  • Werke bildender Künste, Bildmaterial (Screendesigns, Diagramme, Tabellen, Fotografien, Filme, Screenshots, Grafiken, Clip Arts, Logos usw.)
  • Werke angewandter Kunst (Datenbankwerke, Software, Multimediaanwendungen)
  • Darstellungen wissenschaftlicher Art wie Skizzen, Tabellen, Karten, Schaubilder, Pläne
  • Gesetzessammlungen von privaten Autoren / Verlagen
 
Beispiele für frei verwendbare (sog. gemeinfreie) Werke:
  • amtliche Werke (z. B. Gesetze, Verordnungen)
  • Werke mit abgelaufener Schutzfrist (das Urheberrecht erlischt grds. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers; nicht geschützt ist damit z. B. ein Werk von Goethe)
  • wissenschaftliche Formeln und Methodik
Wer wird geschützt?
  • Der Urheber/die Urheberin als Schöpfer des Werkes oder dessen/ihre Erben. Der Urheberschutz erlischt aber 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers/der Urheberin (§ 28, § 64 UrhG)
  • Leistungsschutzberechtigte, d.h. diejenigen Personen, denen die Urheber ihre Nutzungs- und Verwertungsrechte übertragen haben (z. B. Verlage)
Warum wird geschützt?
Mit dem Urheberschutz wird die Kreativität von Autoren oder Künstlern belohnt. Sie können allein über das Werk verfügen, wie sie wollen und andere von der Nutzung ausschließen. Allerdings erfährt das geistige Eigentum des Urhebers/der Urheberin im UrhG auch Grenzen. Das Urheberrecht ist, wie das Sacheigentum, ein sozialgebundenes Recht, das dem Interesse der Allgemeinheit verpflichtet ist. Solche Schranken des Urheberrechts finden sich in den §§ 44a ff UrhG. Danach müssen die Urheber es z. B. dulden, dass die erschaffenen Werke gem. § 51 UrhG zitiert werden oder Teile des Werkes gem. § 60a UrhG zu Zwecken des Unterrichts an Hochschulen den Studierenden auf Lernplattformen zur Verfügung gestellt werden.
Was sind Verwertungs- und Nutzungsrechte?
Der Urheber bzw. die Urheberin hat an dem jeweiligen Werk die Verwertungs- und Nutzungsrechte und kann diese an Dritte (z. B. Verlage oder Verwertungsgesellschaften wie die VG Wort) übertragen.
  •          Die Verwertungsrechte sind in §§ 15 ff. UrhG geregelt; wichtig sind z. B. das Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG) oder das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung eines Werkes im Internet (§ 19a UrhG)
  •          Die Nutzungsrechte sind in §§ 31 ff. UrhG geregelt
Die Nutzung/Verwertung eines Werkes durch Dritte bedarf stets der Zustimmung des Urhebers/der Urheberin. Solche Rechte können z. B. durch eine Lizenz erworben werden.
Nur in Ausnahmefällen, d. h. wenn eine explizite Schranke des UrhG greift, ist eine Nutzung urheberrechtlich geschützten Contents ohne Zustimmung des Rechteinhabers zulässig (z. B. Zitatrecht, § 51 UrhG oder Zugänglichmachung von Werken auf Lernplattformen gem. § 60a).
Was ist außerdem noch zu beachten?
  • Werke für den Unterrichtsgebrauch an Schulen (damit sind keine Hochschulen, wie die FHöV NRW gemeint) und Kinofilme, vor Ablauf von zwei Jahren nach deren Premiere, dürfen nie ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung des Rechteinhabers genutzt werden.
  • Neben dem Urheberrecht können weitere Rechte relevant sein (z. B. das Markenrecht, das Persönlichkeitsrecht bei Audio- und Videoaufnahmen, usw.).
Wann darf man urheberrechtlich geschützte Werke nutzen?
  • Wenn mittels einer Lizenz Nutzungsrechte erworben wurden (in der Regel kostenpflichtig, beachten Sie aber auch die Möglichkeit von sog. Creative-Commons-Lizenzen)
  • Wenn es sich um frei verwendbare (sog. gemeinfreie) Werke handelt, z. B. amtliche Gesetzessammlungen.
  • Wenn SCHRANKENREGELUNGEN greifen
Welche Folgen hat ein Verstoß gegen das Urheberrecht?
Wer urheberrechtlich geschützte Werke nutzt (z. B. vervielfältigt oder im Internet öffentlich zugänglich macht) ohne dazu ermächtigt zu sein (siehe: Wann darf man urheberrechtlich geschützte Werke nutzen) macht sich strafbar. Das kann sowohl Lehrende als auch Studierende betreffen. Zudem bestehen zivilrechtliche Ansprüche des Rechteinhabers auf Beseitigung der Störung, Unterlassung und ggf. Schadensersatz. In jedem Fall muss man mit einer zivilrechtlichen Abmahnung rechnen, die regelmäßig mit einer empfindlichen Kostenbelastung des Betroffenen verbunden ist.

Zuletzt geändert: 06. Apr 2018, 09:56, Kaunat, Katharina [v039430]


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